Dauerausstellungen im
Jubiläumsjahr 2024


MUSEUM REICHENAU

Zeitraum: 20. April - 20. Oktober 2024

Der Neubau des MUSEUM REICHENAU zur Klostergeschichte wird anlässlich der Großen Landesausstellung 2024 vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe neugestaltet. Die Ausstellung wird als neue Dauerausstellung erhalten bleiben. Das Ausstellungsdesign ist zurückhaltend und auf eine kompakte Formensprache reduziert. Die Farbgestaltung entspricht dabei einer modernen Ausstellungsgestaltung. Gezielte dekorative Elemente sollen einen Wiedererkennungswert in den Textebenen schaffen, aber generell nicht inflationär genutzt werden.

Im Obergeschoss wird ein Workshop-Raum eingerichtet, der für Kalligraphie-Kurse genutzt werden wird.

Themen

Eine thematische Ordnung der Themen erlaubt einen freien Durchgang durch die Ausstellung. Die Ausstellungsinhalte werden durch die Textebenen Haupttext und Fußnote vermittelt. Die Fußnote ist allerdings ihrer eigentlichen Bedeutung enthoben und soll eine kurze, einprägsame Info zum jeweiligen Themenschwerpunkt bieten.

Der Themenschwerpunkt „Buchkunst“ beinhaltet ein facettenreiches Spektrum. Betont werden soll hier die enorm aufwendige Herstellung, die damit verbundene Wertigkeit der „Schriftstücke“ und anhand eines eigens angefertigten Armariums auch deren ursprüngliche Lagerung.  Weitere Schlaglichter liegen im Bereich des digitalen Inselmodells und des medialen Buchs, welches sich mit dem Leben im Kloster anhand der Regula Benedicti beschäftigt.

Zielführung

Die Ausstellung möchte einen Einstieg in die hoch komplexe Geschichte der Klosterinsel Reichenau bieten und vermittelt auch neuere Forschungsergebnisse zur Bauforschung. Durch den Bezug zum historischen Ort kann hier Geschichte wahrhaft betreten werden. Querverweise auf weitere Erlebnisorte, wie den Klostergarten oder die Münsterschatzkammer sollen diesen Effekt unterstützen. Mit Hilfe unterschiedlicher analoger und digitaler Medien soll nicht nur die facettenreiche Historie verständlich werden, sondern auch die abstrakte und tiefreligiöse Glaubenswelt des mittelalterlichen Menschen, die dessen Lebensrealität immens prägte. Durch die multimediale Aufbereitung soll ein museales Erlebnis für Groß und Klein erreicht werden, das die unterschiedlichen Sinne sowie unterschiedliche Zielgruppen anspricht.

Zeitraum: 20. April - 20. Oktober 2024

Öffnungszeiten:

täglich von 10:30 - 17:30 Uhr

MuseumReichenau_Aussen

Schatzkammer im Münster St. Maria und Markus

Logo_Muensterschatz

Zeitraum: 20. April - 20. Oktober 2024

Die Schatzkammer des Münsters ist ein schöner gotischer Raum aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie beherbergt eine Sammlung von unschätzbarem Wert, die durch die Jahrhunderte hinweg gewachsen ist. Hier finden sich wertvolle Reliquien, kunstvolle Altargeräte und kostbare Textilien, die das religiöse und kulturelle Erbe unserer Region widerspiegeln. Die kostbarsten Kunstwerke sind die Reliquienschreine, die heute noch bei den Prozessionen über die Insel getragen werden. Der bedeutendste ist der Markusschrein aus dem Jahr 1305 mit Gebeinen des Evangelisten Markus.

Öffnungszeiten:

Montag - Samstag von 10:00 - 12:00 Uhr und 15:00 - 17:00 Uhr
Sonntag & Feiertags von 15:00 - 17:00 Uhr

Klostergärten

Image Klostergarten

Im 724 gegründeten Kloster Reichenau entstanden zwei der bedeutendsten Quellen über die Gartenkultur des Mittelalters: Der St. Galler Klosterplan und das Gedicht "Hortulus" des Reichenauer Mönchs und späteren Abtes Walahfrid Strabo.
Die neuen Klostergärten interpretieren diese Quellen, sie bauen Teile davon nach und stellen einen Bezug zur heutigen Gartenkultur der Insel her. Die Gärten umfassen drei Bereiche, die alle innerhalb der alten Klostermauer im sogenannten "Stillen Bezirk" des ehemaligen Klosters liegen und teilweise archäologisch nachgewiesen sind: Der Kreuzgang, die Hortuli (Gärten) mit dem Kräutergarten sowie wie der Mönchsfriedhof mit Obstgarten.

Standort der Gärten

Beim Münster St. Maria und Markus

Besichtigung

Die Klostergärten sind frei zugänglich.

Zeichen (2024) - Videoinstallation von
Christoph Brech

Glocke_Gallus_II.jpg

Zeitraum: 15. April - 20. Oktober 2024
im Münster St. Maria und Markus

„Hört man das Zeichen zum Gottesdienst, lege

man sofort alles aus der Hand und komme in größter Eile herbei.“ Dieses Zitat aus der Regel des hl. Benedikt (RB 43,1) ist die Inspiration für Christoph Brechs Videoinstallation. Das Augenmerk liegt auf der Gallus-Glocke des Münsters St. Maria und Markus. Sie stammt aus dem Jahr 1361, ist damit die älteste Glocke des Münsters und hat ein stattliches Gewicht von 1000 kg bei einem Durchmesser von 115 cm. Die Reichenau ist reich an historischen Glocken, so reich wie kaum eine andere Kulturlandschaft. Diese künden von der frühen monastischen Ausstrahlung der Klosterinsel. 2024 begeht die Insel ihre 1300-Jahr-Feier und gedenkt ihrer benediktinischen Wurzeln. Glockengeläut ist nicht zuletzt ein Zeichen für Freiheit und Menschenwürde und: Sie läuten zur Ehre Gottes.

Die Videoinstallation des Münchner Künstlers zeigt den Klangkörper aus ungewohnter Perspektive; nicht nur die Gallus-Glocke schwingt, sondern mit ihr die aufnehmende Kamera – für die Betrachterin/den Betrachter entsteht dadurch ein statischer Film, in dem sich Licht und Schatten, Klang und Stille, Bewegung und Ruhen des Klöppels zu einem vielschichtigen „Glockenspiel“ vereinen.

Bürgerkunstprojekt Wandelinstallation

Über das ganze Jubiläumsjahr wird eine Kunstinstallation gezeigt, die in einem Kleingewächshaus bei der Einmündung der Seestraße in die Pirminstraße von Bürgerinnen und Bürgern in wöchentlichem Rhythmus umgestaltet wird. Das Kleingewächshaus dient für die Betrachter als Schaufenster und für die Installation als Bezugsrahmen. Am wöchentlich neuen, gemeinschaftlich kreativen Gestaltungsprozess kann sich jede und jeder Interessierte beteiligen.

Ort: auf dem Rasen an der Einmündung Seestraße in die Pirminstraße

Bilderausstellung „Rund um die Insel"

Zeitraum: 11. April - 31. August 2024
im Rathaus, Münsterplatz 1

"Rund um die Insel" ist der Titel einer Ausstellung, mit der der Konstanzer Maler Guido Frick einen Beitrag zum diesjährigen Höhepunkt auf der Insel Reichenau leistet, den Feierlichkeiten anlässlich des 1300jährigen Bestehen des Klosters Reichenau.

Der Künstler zeigt ab 11. April im Rathaus ca. 30 Ölbilder und Aquarelle, die auf der Insel und einigen anderen Untersee–Gemeinden entstanden sind.  Frick dazu: "Es handelt sich um plein air Malerei, ein Begriff, den die französischen Impressionisten im 19.Jahrhundert eingeführt haben und der klarstellt, dass solche Bilder nicht im Atelier, sondern draußen in der Natur, also vor Ort, entstanden sind. Ich bin ein entschiedener Gegner davon, als Landschaftsmaler im Atelier Landschaften zu malen und sie dann als vor Ort gemalte Stimmungsbilder anzupreisen." Insbesondere in den USA, wo der gebürtige Niederbürgler seit einem Vierteljahrhundert in Workshops in verschiedenen Staaten amerikanische Maler mit seiner Technik vertraut macht, können die Unbilden der Natur während des Malens eine besondere Herausforderung sein. Frick: "Ob Tornados, Sand– und Schneestürme, Hagel und Platzregen, mich hat beim Malen schon alles erwischt. Das härtet ab." Aber nichts war schlimmer als in Montana der Überfall eines Blackfeet–Indianers, der Frick fast erschlagen hätte, wobei sein rechtes Auge gerade noch gerettet werden konnte.  In Konstanz und Umgebung sind Fricks Bilder selten zu sehen, weil der Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens in den USA liegt, wo der Konstanzer Künstler in zahlreichen Kunstmagazinen und zwei Büchern veröffentlicht ist.

Warum nun die Insel Reichenau? Frick: "Mir gefällt einfach bei diesem Kleinod vor den Toren meiner Heimatstadt Konstanz, dass es sich seinen unverwechselbaren Charakter erhalten hat."

Gemälde Frick

Reichenauer „Verbrüderungsbuch“

MEDIENBUREAU_BuchDerVerbundenheit

Das Kloster Reichenau hat die bereits seit 724 angelegten Mitgliederlisten im sog. „Reichenauer Verbrüderungsbuch“ 824 gebündelt („liber memorialis Augiensis“). Als das größte unter 9 noch erhaltenen Gedenkbüchern enthält es 38.232 Namen von Mönchen & Nonnen, Stiftern & Gönnern, Königen & Adligen, Freunden & Fremden, Laien & Frauen. In diesem frühen „Facebook des Mittelalters“, das durch die „Visionen“ des Mönches Vetti im Jahr 824 einen starken Motivationsschub erhalten hatte, spiegelt sich eine ewig geltende Gruppen-Zugehörigkeit im damaligen Frankenreich bis weit über die Grenzen Europas hinaus. -
Prof. Dr. D. Geuenich erinnert an dieses Juwel der Reichenauer Klosterkultur und ihre eminent bedeutsame politische Wirkung in Europa.

Corona, Klimawandel und Kriege – statt Verunsicherung ist unser Vertrauen herausgefordert. Um gemeinsam als Menschheit zu überleben auf unserer Erde, braucht es das Gefühl und Wissen um unsere Verbundenheit. - Unter dem Motto „Wir knüpfen ein Band“ sind Reichenauer und BesucherInnen eingeladen, mit ihrem Namen sich einzuschreiben in das lebendige „Buch der Verbundenheit“. Als „Jubiläums-Dokument 2024“ der Kloster-Insel stellt es eine Neuauflage des seit 1300 Jahren praktizierten wechselseitigen Miteinanders von Verwandtschaft, Nachbarschaft und Freundschaft, verflochten in Vielfalt und Verschiedenheit, dar.
Das „Jubiläums-Dokument der Tausend Namen“ ist täglich im Münster zur persönlichen Einschreibung ausgestellt.

Tragen Sie sich auch online unter verbunden-reichenau1300.de in das Verbrüderungsbuch ein.